Keila Joa: Flugplatz / Raketenbasis

Väänä, Türisalu

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KoordinatenN592431 E0242010 (WGS84) Google Maps
Karte mit Lage Flugplatz / Raketenbasis Keila Joa
Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Keila Joa
von Bert Kondruß

Im Kalten Krieg

Nutzung

Keila Joa diente zunächst als sowjetischer Militärflugplatz in Estland. In den 1960er Jahren wurde der Platz zu einer der ersten Basen oder zu der ersten Basis überhaupt für Flugabwehrraketen vom Typ SA-5 Gammon (S-200 Angara/Wega/Dubna) umgebaut.
Die CIA bemerkt die sich im Bau befindliche Anlage zum ersten Mal 1964 auf Satellitenbildern. Zunächst herrscht Unsicherheit darüber, ob es sich um ein System zur Flugabwehr oder zur Raketenabwehr handelt. Daher werden Vergleiche mit der Testanlage zur Raketenabwehr in Saryshagan (Kasachstan) gezogen. Außerdem wird eine zu Keila Joa ähnliche Stellung bei Tscherepowez (N560334 E0380956) festgestellt, die sich ebenfalls in Bau befindet.
Im August 1967 hat die CIA in der Sowjetunion bereits 41 dieser Raketen-Komplexe entdeckt und man rechnet mit dem Bau von insgesamt 100 Komplexen bis zum Jahr 1971. DIe ersten sieben Komplexe wie Keila Joa haben jeweils 5 Startstellungen, während die nachfolgenden 32 Komplexe jeweils nur 3 Startstellungen besitzen. Aufgrund der erkannten Merkmale des Flugkörper, des Radars und der geografischen Verteilung der Komplexe kommt die CIA zur Einschätzung, dass es sich nicht um ein System zur Raketenabwehr handelt, sondern zur Flugabwehr auf große Entfernungen..

Einheiten

  • 1953 - März 1960: Stab Jagdfliegerdivision der Baltischen Rotbannerflotte, ab 01. Februar 1957 der Luftverteidigung
  • 1953 - März 1960: Jagdfliegerregiment der Baltischen Rotbannerflotte (MiG-15), ab 1957 der Luftverteidigung
Quelle: "Unter dem Radar"

1950er Jahre

Chronik

  • Oktober 1957
    US-Behörden zählen auf dem Flugplatz ca. 33 Jagdflugzeuge, eventuell MiG-15
    Quelle: /CIA/

1960er Jahre

Übersicht

Karte der FlaRak-Stellung SA-5 Gammon Keila Joa, Estland
Karte des Raketen-Komplexes aus dem Jahr 1964 - Die Überreste des Flugplatzes sind eingezeichnet. (Quelle: CIA)
Flugplatz Keila Joa, Estland, 1966
Der ehemalige Flugplatz Keila Joa auf einem US-Satellitenbild vom Juni 1966 - Die Fliegerbasis wurde inzwischen zu einer Flugabwehr-Raketenstellung umgebaut. Die früheren Start- und Landebahnen und Rollwege sind jedoch noch gut erkennbar. Der Bildausschnitt ist etwas verzerrt. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Sowjetische FlaRak-Basis
Nur die nordöstliche Traube scheint mehr Installationen zu haben. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Sowjetische Flugabwehr-Raketen-Basis Keila Joa, Estland
Basis (Quelle: U.S. Geological Survey)
Der südliche der Teil der Basis Keila Joa, Estland
Südlicher Teil der Basis (Quelle: U.S. Geological Survey)
Leere FlaRak-Trauben in Keila Joa für S-200 Wega
Weitere leere Trauben (Quelle: U.S. Geological Survey)
Strukturen des alten Flugplatzes
Auf der rechten Seite sind die Strukturen des ehemaligen Flugplatzes erkennbar (Quelle: U.S. Geological Survey)
Keila Joa, Estland, Radar-Stellung
Radarstellung (?) mit 5 Geräten auf der östlichen Seite (Quelle: U.S. Geological Survey)
Reste der ehemalige Start- und Landebahnen in Keila Joa, Estland
Reste der alten Start- und Landebahnen im Südosten (Quelle: U.S. Geological Survey)

Heute

Nutzung

Geschlossen.

Quellen

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